Browser nicht unterstützt

Der aktuell verwendete Browser IE11 wird von der SBB nicht mehr unterstützt. Bitte verwende Microsoft Edge, um diese Anwendung zu nutzen.

Ausdruck vom 27.09.2021 - nicht offiziell

1 Strecke ohne Block

1.1 Geltungsbereich

Diese Vorschriften gelten für Strecken ohne technische Einrichtung, welche Züge vor Folge- oder Gegenfahrten schützt und im Übergang zu solchen Strecken.

Die Grundsätze der FDV sind, wo nachstehend nichts Besonderes gere­gelt ist, ebenfalls gültig.

1.2 Anordnungen, Befehle und Meldungen

1.2.1 Streckentabelle

Die Streckenausrüstung auf Strecken ohne Block ist wie folgt gekennzeichnet:

 einspurige Strecke ohne Block

1.2.2 Fahrordnung

Die vereinfachte Fahrordnung darf auf Strecken ohne Block nicht angewendet werden.

1.2.3 Annahme und Verteilung von Befehlen und Meldungen

Sofern die Züge begleitet sind, ist durch das Eisenbahnverkehrsunter­nehmen festzulegen, wer in diesen Zügen für die Annahme und Ver­teilung von Befehlen und Meldungen sowie für die Kommunikation zwischen dem Fahrpersonal und dem Fahrdienstleiter verantwortlich ist.

Derjenige, der die Befehle oder die Meldungen entgegennimmt, hat das weitere Fahrpersonal im Zug quittungspflichtig zu verständigen.

1.3 Kreuzungszeichen

1.3.1 Das Kreuzungszeichen X in der Fahrordnung

Kreuzungen auf Strecken ohne Block oder Kreuzungen im Übergang von einem Streckenabschnitt mit Block auf einen Streckenabschnitt ohne Block werden in der Fahrordnung mit dem Zeichen X gekennzeichnet.

Das Zeichen X wird ergänzt mit der Bezeichnung der zu kreuzenden Fahrten und zusätzlich

  • mit deren Verkehrsperiode, wenn die Fahrten nicht täglich ver­kehren und
  • mit dem Buchstaben F, wenn es sich um Fahrten handelt, die fakultativ verkehren.

Kreuzung bei Strecken ohne Block   


Beispiele:

Strecke ohne Block

Strecke mit und ohne Block

Zugausgangsbahnhof

 

1.3.2 Beachten des Kreuzungszeichens X

Das Kreuzungszeichen X muss vom Fahrpersonal und vom Fahrdienst­leiter beachtet werden. Das Kreuzungszeichen X gilt für Zugfahrten und für Rangierbewegungen auf die Strecke. Eine Fahrt, die das Kreuzungs­zeichen X in der Fahrordnung hat, muss im Kreuzungsbahnhof die Ge­genfahrt abwarten, auch wenn kein Halt vorgeschrieben ist.

Die Fahrt darf erst fortgesetzt werden, wenn die Gegenfahrt vollständig eingetroffen oder das Fahrpersonal über den Ausfall oder die Verlegung der Kreuzung protokollpflichtig verständigt worden ist.

Ist es dem Fahrpersonal nicht möglich, die vollständige Ankunft einer Gegenfahrt einwandfrei festzustellen, hat sich dieses vor der Weiterfahrt beim Fahrdienstleiter zu erkundigen, ob die Gegenfahrt vollständig ein­getroffen ist.

Wenn ein Bahnhof örtlich nicht besetzt ist, ist das Fahrpersonal alleine für den Kreuzungsvollzug verantwortlich. Das Eisenbahnunternehmen legt fest, um welche Bahnhöfe es sich dabei handelt und wie der Kreuzungsprozess zu vollziehen ist.

1.4 Ausserordentliche oder fakultative Kreuzung sowie Ausfall einer Kreuzung

1.4.1 Grundsatz

Der Befehl für Kreuzung und Überholung ist zu verwenden bei:

  • ausserordentlichen Kreuzungen Befehl 41 oder
  • fakultativen Kreuzungen Befehl 41 oder
  • Ausfällen von Kreuzungen Befehl 43 oder
  • Kreuzungsverlegungen.Befehl 44

1.4.2 Ausserordentliche oder fakultative Kreuzung

Der Lokführer, der eine ausserordentliche oder fakultative Kreuzung zu vollziehen und dies in der Fahrordnung nicht vorgeschrieben hat, ist durch die Anordnungsstelle mit dem Befehl für Kreuzung und Überholung protokollpflichtig zu verständigen.

Die Stelle, die fakultative Fahrten oder Extrafahrten anordnet, ist ver­antwortlich für die protokollpflichtige Verständigung der Bahnhöfe und der betroffenen Fahrten. Sie kann, wenn der Bahnhof besetzt ist, die Verständigung dem Fahrdienstleiter delegieren.

1.4.3 Ausfall einer Kreuzung

Für die protokollpflichtige Abgabe des Befehls für Kreuzung und Über­holung einer ausfallenden Kreuzung an das Fahrpersonal ist der Fahr­dienstleiter des planmässigen Kreuzungsbahnhofs verantwortlich. Dieser kann einen geeigneten Bahnhof zur Abgabe des Befehls beauftragen.

1.4.4 Kreuzungsverlegung

Der Fahrdienstleiter im planmässigen Kreuzungsbahnhof hat bei einer Kreuzungsverlegung den Fahrdienstleiter des neuen Kreuzungsbahnhofs zu verständigen und dessen Zustimmung für die Kreuzungsverlegung einzuholen.

Der Fahrdienstleiter im neuen Kreuzungsbahnhof ordnet protokollpflich­tig mit dem Befehl für Kreuzung und Überholung die Kreuzungsverle­gung an.

Mit der protokollpflichtigen Quittung des planmässigen Kreuzungsbahn­hofes gilt die Kreuzung als verlegt, auch wenn Zwischenbahnhöfe noch nicht verständigt worden sind. Die protokollpflichtige Verständigung der Zwischenbahnhöfe ist Sache des Fahrdienstleiters des neuen Kreuzungs­bahnhofs.

Mit dem Befehl für Kreuzung und Überholung werden protokollpflichtig verständigt:

  • das Fahrpersonal der Fahrt, die vor dem planmässigen Kreuzungsbahnhof zu kreuzen hat, durch den Fahrdienstleiter des neuen Kreuzungsbahnhofs und
  • das Fahrpersonal der vorrückenden Fahrt durch den Fahrdienst­leiter des planmässigen Kreuzungsbahnhofs.

Wird eine Kreuzung:

  • von einer Strecke mit Block auf eine Strecke ohne Block oder
  • auf einen Übergangsbahnhof zwischen Strecken mit und ohne Block verlegt, ist der Befehl für Kreuzung und Überholung zu verwenden.

Ist ein Kreuzungsbahnhof nicht besetzt, ist der Fahrdienstleiter, der die Kreuzungsverlegung anordnet, für die Verständigung des Fahrpersonals verantwortlich.

Die vorrückende Fahrt darf erst verständigt werden, wenn der Gegenzug über die Kreuzungsverlegung protokollpflichtig verständigt wurde.

Wenn eine vereinbarte Kreuzungsverlegung nicht eingehalten werden kann, oder die Kreuzung auf einen anderen Bahnhof neu verlegt werden muss, ist das oben vorgeschriebene Verfahren erneut durchzuführen.

1.5 Überholungen

Lässt die Infrastrukturbetreiberin Überholungen zu, hat sie diese in ihren Ausführungsbestimmungen zu regeln.

Es gelten folgende Zeichen in der Fahrordnung:

  • I: die Fahrt ist von der beim Zeichen vorgemerkten Fahrt zu überholen
  • II: die Fahrt hat die beim Zeichen vorgemerkte Fahrt zu überholen.

Diese Zeichen sind durch den Fahrdienstleiter und durch das Fahrpersonal zu beachten.

Der protokollpflichtige Befehl für Kreuzung und Überholung ist zu ver­wenden bei:

  • ausserordentlichen Überholungen Befehl 42 oder
  • fakultativen Überholungen Befehl 42 oder
  • Ausfällen von Überholungen. Befehl 43

1.6 Rückmelden der Züge

1.6.1 Grundsatz

Züge dürfen sich nicht näher als auf Rückmeldedistanz folgen. Ein Zug ist protokollpflichtig rückzumelden.

1.6.2 Verzicht auf die Rückmeldung

Auf die Rückmeldung kann verzichtet werden, wenn

  • auf einspuriger Strecke die nächste Fahrt in entgegengesetzter Richtung verkehrt, sofern eine Kreuzung angeordnet worden ist,  oder
  • die Strecke nur mit einer Komposition (Pendelbetrieb) befahren wird oder
  • generell mit Fahrt auf Sicht gefahren wird.

1.6.3 Rückmelden des letzten Zuges

Der letzte Zug des Tages ist in jedem Fall protokollpflichtig rückzumel­den.

Die Infrastrukturbetreiberin regelt die Art der Rückmeldung in ihren Ausführungsbestimmungen.

1.7 Fehlende Hauptsignale

1.7.1 Bahnhof ohne Einfahrsignale

Vorzeitige Fahrten und Verspätungen von mehr als fünf Minuten sind dem Fahrdienstleiter des Nachbarbahnhofs protokollpflichtig anzuzeigen.

1.7.2 Rangierbewegung auf die Strecke

Der Fahrdienstleiter darf einer Rangierbewegung, die über die Einfahr­weiche fährt, nur zustimmen, wenn:

  • das Streckengleis gesperrt bzw. gedeckt ist und allfällige weitere Rangierbewegungen verständigt worden sind oder
  • alle Fahrten generell mit Fahrt auf Sicht erfolgen und
    • innerhalb der nächsten zehn Minuten keine Gegenfahrt erwartet wird oder
    • wenn innerhalb der nächsten zehn Minuten eine Gegenfahrt erwartet wird und sowohl für die Rangierbewegung selbst als auch für die Gegenfahrt Fahrt auf halbe Sichtdistanz protokollpflichtig angeordnet wurde.

1.7.3 Bahnhof ohne Ausfahrsignale

In einem Bahnhof ohne Ausfahrsignale hat ein Zug mit vorgeschriebe­nem Halt oder bei einer Kreuzung spätestens vor dem Sicherheitszeichen der Ausfahrweiche anzuhalten.

Auf besetzten Bahnhöfen ist in jedem Fall, auch wenn kein Halt vorge­schrieben ist, eine Abfahrerlaubnis durch den Fahrdienstleiter zu erteilen.

Muss auf örtlich nicht besetzten Bahnhöfen eine ausserordentliche Ab­fahrerlaubnis durch den Fahrdienstleiter erteilt werden, ist das Vorgehen in den Ausführungsbestimmungen der Infrastrukturbetreiberin zu regeln.

1.7.4 Weiterfahrt in Teilen nach einer Zugstrennung, wenn die Einfahrsignale fehlen

Kann vom Standort aus keine Verbindung aufgenommen werden, darf mit dem ersten Zugteil bis zum nächsten Telefon, jedoch höchstens bis zur nächsten Einfahrweiche gefahren werden.

Nächstes Kapitel: Zugverband